part50_ANDANTE

Szenische Raumperformance mit Bewegung in Bewegung
06. 11. 2019, 8 pm, Foyer Nikolaisaal Potsdam

Das Andante – gehend – entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts als musikalische Bezeichnung für ein Spieltempo, im Jahr 1840 beschrieben als ruhiges, gelassenes Fortschreiten mit gemäßigtem Charakter. Doch was heißt »gehend« für uns heute?

Gehen ist ein hochkomplexes Zusammenspiel von Bewegungsabläufen, für die unser Körper ideal gebaut ist. Wir erlernen es mühsam und beschäftigen uns meist erst wieder damit, wenn sein Rhythmus und die Abläufe unseres Bewegungsapparats gestört sind. Das beim Gehen entstehende Gangbild gehört mit zu den am individuellsten ausgeprägten Bewegungsmustern des Menschen, fast wie ein Fingerabdruck. Hörbar ist es durch den Klang der Schritte und in der Regelmäßigkeit, wie wir einen Fuß vor den anderen setzen, entsteht unser Rhythmus.

Für die szenische Raumperformance wird ausgehend vom Andante als Tempo und Form das Gehen mittels hör- und unhörbarer Schritte mit dem Klang der Instrumente in einen Dialog gesetzt. Andante-Sätze aus dem Hoch- und Spätbarock dienen dabei als musikalisches Ausgangsmaterial für eine speziell auf den Nikolai-Saal entwickelte Raumkomposition: Schrittrhythmen, die strukturiert und verschieden im Raum verordnet sind und Instrumente, die in einer zeitlichen Struktur an verschiedenen Orten im Raum zum Klingen gebracht werden – sowohl gestisch, als auch im Ganzen. 

Zusätzlich werden musikalische Empfindung, Raumeindruck und -atmosphäre durch einen arrangierten Wechsel von Hörpositionen für das Publikum intensiv spür- und erfahrbar.

Es darf mitgegangen werden! 

Die szenische Performance findet im Rahmen des Freistil-Wandelkonzerts statt. Tickets können auch Online erstanden werden.

Katrinem, Komposition und Schuhinstrumente
Katharina Bévand, Schuhinstrumente
Claudia Mende, Barockvioline
Andreas Arend, Erzlaute
Adrian Rovatkay, Barockfagott



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