BesenBallett

Während einer dreiwöchigen Residency 2015 in Teheran ist der Besen als klingendes Instrument einer Stadt in mein Bewusstsein gerückt. Frühmorgens wachte ich auf, wenn der Nachbar den Weg fegte: Schwung, Schwung, Schwung, Schwung, Schwung, kurz, kurz, kurz, kurz, kurz Schwung, Schwung, Schwung, Schwung, Schwung, kurz, kurz, kurz, kurz, kurz. Zwischendurch ein Hin- und Her, das war der Rhythmus. Sechs Monate später erlebte ich Ähnliches in Mexico City: Schwung, Schwung, kurz, kurz, Schwung, Schwung, Schwung, Schwung, kurz, kurz Schwung, Schwung, Schwung, Schwung, kurz, kurz Schwung, Schwung, kurz, kurz. Ein ganz anderer Rhythmus und viel kräftiger als in Teheran. Seit Teheran und Mexico City halte ich oft inne, wenn ich jemanden kehren höre – Wie klingt dieser Besen, kann ich ein Kehrmuster erkennen? Es gibt viele verschiedene Arten von Besen und Kehrtechniken. Wenn es gut klingt und ein schönes Kehrmuster zu hören ist, passt der Besen zum Spieler.

Das BesenBallett ist als Soziale Skulptur angelegt. Als solche schafft sie sowohl für PerformerInnen wie auch für ZuhörerInnen im gemeinsamen Erleben neue Dialoge mit ihren urbanen Alltagsräumen.

Die im Alltag verwendeten Besen haben neben ihren verschiedenen Formen und Materialitäten auch unterschiedliche Verwendungszwecke. Jeder „Besen – Typ“ hat seinen eigenen Klang und eine eigene Handhabbarkeit. Im BesenBallett werden sie zu Instrumenten mit einer eigenen Klangsprache und Spieltechnik. Die jeweiligen Aktionsorte – dort wo gekehrt wird – betonen und verstärken durch ihre architektonische Form und Untergrund die darin stattfindenden Kehr-Klänge. Mit verschiedenen Ensemblegrößen und Partituren wird dem Variantenreichtum der Orte Rechnung getragen. Dabei wird der Stadtraum aktionistisch und hörend erlebt – als dynamischer Raum.

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